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Wissenswertes

Die Buchmesse ist keine Kirmes

Im Frühjahr hat der Betreiber der Bar „Kitzloch“ in Ischgl nicht verantwortungsvoll darauf reagiert, dass ein Mitarbeiter COVID-19-positiv war. Damit hat er die Veranstaltungsbranche an den Rand des Untergangs gebracht. Gesundheitsminister Jens Spahn konnte daher sagen: „Das, was sicherlich als letztes wieder möglich ist, das ist im Zweifel die Party und das Volksfest.“ Aber wir reden beim Lockdown für Großveranstaltungen nicht primär über die Kirmes in der Hintereifel. Es ist zu befürchten, dass u.a. die Buchmessen ausfallen und Autoren ihre Werke nicht vorstellen können. Niemand wusste in den ersten Monaten übrigens, wie eine Großveranstaltung definiert ist. Deutschland ist nicht Bockbierfest- und Kirmesweltmeister. Deutschland ist Messe- und Kongressnation Nummer 1. Über 2,89 Millionen Veranstaltungen im Jahr ziehen über 400 Millionen Besucher an. Das ermöglichen etwa 400.000 Beschäftigte in rund 20.000 vor allem klein- und mittelständischen Branchenunternehmen. Millionen Besucher aus aller Welt nehmen teil an professionellen Veranstaltungen. Ist doch klar, dass daran auch eine Unzahl an beruflichen Existenzen hängt. Eventmanager, Messebauer, Caterer fallen einem da zunächst ein. Hotels, Restaurants, Transportunternehmen, Millionen Angestellte und Selbstständige sind vielleicht nicht so im Fokus. Aber wenn es um die Vernichtung ihrer Existenz geht, sind sie eben doch sofort mit im Boot. Auch wenn sie nicht auf der Titelseite - eines Magazines oder Buches - stehen. Wir reden bei Events also über professionelle Kommunikationsanlässe. Und nicht über verzichtbare Partys und Spaßangebote.

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Zahlen sind der Schlüssel. Jeder hat seine.

Wir leben im 21. Jahrhundert in der modernsten Gesellschaft, seit es den Menschen gibt. In dieser Gesellschaft teilen wir uns die Arbeit und die Verantwortung professionell auf. Der Virologe übernimmt den Part, uns zu sagen, was eine Pandemie ist und was in ihr an gesundheitlichen Maßnahmen nötig ist. Darauf vertrauen wir, daran halten wir uns. Keine Argumentation, keine Widerrede. Inzidenz, Reproduktionsraten sind hier die entscheidenden Werte. Er ist Wissenschaftler, und kein Popstar im Rampenlicht.

Menschen, die Unternehmen gründen, aufbauen und leiten übernehmen ihrerseits Verantwortung. Sie schaffen Arbeitsplätze, erwirtschaften einen Teil der Steuern, die den Staat in Deutschland und dessen Leistungen möglich machen. Sie tragen die Letztverantwortung dafür, dass Wirtschaften und Bruttoinlandsprodukt nicht nur stattfinden, sondern kontinuierlich wachsen. Wir haben auch Zahlen. Wir haben auch so etwas wie eine Reproduktionsrate: Der Überschuss, den die Mitarbeiter und Verantwortlichen eines Unternehmens im Jahr erarbeiten, können sie nutzen, um ihn wieder ins Unternehmen, in neue Leistungen, Produkte, in erneuerbare Energien und in Nachhaltigkeit oder schlicht in die Unternehmensabsicherung zu investieren. Zu reinvestieren. Diesen Überschuss gibt es heute nicht. In der Veranstaltungsbranche gibt es eine ganz einfache Zahl. Einen Monat keine Veranstaltungen. Das heißt einen Monat kein Umsatz und keinen Überschuss. Zufälliger Weise entspricht die monatliche Leistung eines Unternehmens dem Umfang eines Jahresertrags. Wenn von Frühjahr bis September keine Veranstaltungen erlaubt sind, fehlen ganz schön viele Jahreserträge. Anders formuliert heißt das: Jeden Monat, den ein Veranstaltungsunternehmen nicht arbeiten darf, wird es ab 2021 keinen Jahresertrag erwirtschaften. Jeden Monat ein Jahr mehr. Wie schon gesagt: Kein Plus am Ende des Jahres, heißt keine Investition in Zukunftsprojekte, in grünere Produktionsweisen, keinen einzigen Arbeitsplatz mehr. Doch bis ins Jahr 2021 müssen wir erstmal kommen. Bis dahin wird mehr als ein Hälfte der Branchenunternehmen nicht mehr existieren. Viel Insolvenz. Viel Arbeitslosigkeit. Das finden Sie auch tragisch? Stimmt. Denn wir reden hier ja auch nicht über die Kirmes.